Neue Potenziale für Entwicklung von Gewerbeflächen

Landkreis Kassel ist Modellregion für neues regionales Steuerungskonzept

Landkreis Kassel. Gewerbegebiete können einen deutlich größeren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung einer Region leisten als einzelne Unternehmen. "Um das Potenzial von Gewerbeflächen auszuschöpfen, bedarf es eines gezielten Steuerungskonzepts. Der Landkreis Kassel wurde bundesweit als eine von sieben Modellregionen ausgewählt, in denen innovative Ansätze zur regionalen Steuerung der Siedlungs- und Freiraumentwicklung erprobt werden. Mit dem Kreisentwicklungskonzept 2030 des Landkreises Kassel und dem Siedlungsrahmenkonzept Wohnen und Gewerbe 2030 des Zweckverbands Raum Kassel gibt es bereits wichtige Grundlagen und Ziele für die gewerbliche Flächenentwicklung, an die im Rahmen des Bundesforschungsprogramms Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) angeknüpft werden kann", sagt Landrat Andreas Siebert.

Der Landkreis Kassel und der ZRK verstehen die regionale Gewerbeflächenentwicklung schon lange als gemeinsame interkommunale Entwicklungsaufgabe. Bislang erfolgte eine regelmäßige Abfrage und Aufbereitung der gewerblichen Entwicklungspotenziale über das sogenannte Zukunftskataster. Die dabei erhobenen Daten und Informationen reichen allerdings nicht aus, um künftig eine kooperative Gewerbeflächenentwicklung unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsziele zu ermöglichen.

Mithilfe des gemeinsamen Modellvorhabens soll bis 2025 ein "Entwicklungsprogramm Gewerbeflächen" erarbeitet werden, mit dem die gewerbliche Entwicklung im Landkreis Kassel unter Beachtung von Nachhaltigkeitsaspekten gezielt gesteuert werden kann.

Das "Entwicklungsprogramm Gewerbeflächen" soll dazu beitragen, künftig die Lücke zwischen dem Angebot gewerblich nutzbarer und geeigneter Flächen sowie der hohen Flächennachfrage zu schließen, um die Region als starken Wirtschaftsstandort zu sichern. Ziel ist es, zu einer sparsamen und nachhaltigen Gewerbeflächenentwicklung beizutragen und gleichzeitig die Rahmenbedingungen für den interkommunalen Interessenausgleich zu formulieren.

"Der Erfolg dieses Projekts ist aber nur in enger Kooperation mit den Kommunen möglich. Im Sinne einer interkommunalen Gewerbeflächenentwicklung soll das Modellprojekt daher mit allen kreisangehörigen Städten und Gemeinden sowie der Stadt Kassel gemeinsam bearbeitet werden. Dazu wurden alle Landkreiskommunen und die Stadt Kassel zu ihren Anforderungen befragt", erläutert Peter Nissen, Leiter des Servicezentrums Regionalentwicklung beim Landkreis Kassel.

Die systematische Erhebung soll dazu beitragen, Informationen über bestehende Gewerbeflächen und deren mögliche Erweiterung sowie Daten über unbebaute Flächen bzw. Baulücken in der jeweiligen Kommune zu erfassen. Erste Rückmeldungen der Kommunen zeigen, dass das MORO-Projekt wahrgenommen wird und ein allgemeines Interesse am Projekt besteht. Ein guter Austausch und eine gute Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, dem Landkreis Kassel sowie dem ZRK wird vorausgesetzt, um die bevorstehenden Projektbausteine bedarfsgerecht umsetzen zu können.

"Als ein zentraler Baustein ist ein Expertenbeirat mit fachlicher Expertise einberufen worden, der das Modellvorhaben unterstützt. Er soll wichtige Institutionen in das Projekt einbeziehen, die über Informationen und Daten verfügen und aus ihrer jeweiligen Perspektive Wissen in das Projekt einfließen lassen", sagt Dr. Christoph Haller, Leiter der Planungsabteilung beim ZRK. Darüber hinaus soll der Expertenbeirat auch angrenzende Landkreise und Kommunen über die Ergebnisse des Modellvorhabens informieren. Innovative Ansätze der regionalen Flächensteuerung sind bislang kaum vorhanden. Das Modellprojekt im Landkreis Kassel liefert konkrete Ansätze für die gewerbliche Entwicklung und einen anschließenden Wissenstransfer. Durch regelmäßige Treffen soll der Expertenbeirat das Projekt kontinuierlich begleiten.

Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), vertreten durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Folgende Mitglieder bilden den Expertenbeirat:

Norbert Quast (Handwerkskammer Kassel), David Leibrich (IHK Kassel-Marburg), Oliver Sollbach und Lisa Zierenberg (Region Kassel-Land e.V.), Kai Georg Bachmann (Regionalmanagement Nordhessen GmbH), Markus Schäfer (RP Kassel), Julia Jaentsch und Heiko Büsscher (Stadt Kassel), Kai Lorenz Wittrock (WFG Kassel GmbH), Marcel Brückmann (Bürgermeister einer ZRK-Kommune) Stefan Frankfurth (Bürgermeister einer Landkreiskommune), Peter Nissen und Oliver Brunkow (Landkreis Kassel), Dr. Christoph Haller, Dr. Christina Grebe, Marlitt Hupke und Vanessa Jantzen (ZRK).

Ansprechpartner im Projekt sind:

Landkreis Kassel

Peter Nissen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!             
0561 1003 - 2413

Oliver Brunkow: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!        
0561 1003 - 2462

Zweckverband Raum Kassel

Dr. Christoph Haller: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!                
0561 10970 - 33

Dr. Christina Grebe: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!                 
0561 10970 - 20 

Marlitt Hupke: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!                                   
0561 10970 - 41

Vanessa Jantzen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!                                   
0561 10970 - 43